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Weniger ist manchmal mehr! Mein Weg raus aus dem Perfektionismus

  • Autorenbild: Sina
    Sina
  • 5. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Nachdenkliche Person sitzt mit Laptop und Notizen am Schreibtisch, wirkt gleichzeitig konzentriert und erschöpft. Die Szene symbolisiert Perfektionismus, inneren Druck und den Wunsch nach Balance und Gelassenheit im Arbeitsalltag.

Perfektionismus war lange Zeit etwas, auf das ich stolz war. Ehrgeizig, diszipliniert, anspruchsvoll... Alles Eigenschaften, für die man Lob bekommt und die im beruflichen Kontext fast immer positiv bewertet werden. Wer möchte nicht als zuverlässig, gründlich und leistungsstark wahrgenommen werden? Genau dieses Bild habe ich viele Jahre gepflegt. Ein Teil davon stimmt auch heute noch: Ich habe hohe Ansprüche an mich selbst und möchte gute Arbeit leisten. Doch was lange unsichtbar blieb war der Druck, der sich hinter diesem Perfektionismus versteckt hat.


Was wirklich hinter Perfektionismus steckt

Hinter dem Wunsch, Dinge perfekt zu machen, steckte oft etwas ganz anderes: Angst. Angst vor Fehlern. Angst vor Kritik. Angst, nicht gut genug zu sein.

Und genau deshalb wird Perfektionismus so häufig zu einer dauerhaften Stressquelle (auch in meinem Fall). Was nach außen wie Stärke wirkt, fühlt sich innerlich oft wie Dauerstrom an. Ein Zustand, in dem Entspannung kaum Platz findet, weil das Gehirn nie wirklich das Signal bekommt: Es ist fertig.


Wenn „fertig“ sich nie fertig anfühlt

Perfektionismus kennt kein echtes Ende. Es gibt immer noch eine Verbesserung, noch eine Kontrolle, noch ein Detail, das man optimieren könnte. Das Ergebnis fühlt sich selten abgeschlossen an. Statt Stolz oder Erleichterung entstehen Gedanken wie:


  • „Das reicht noch nicht.“

  • „Was denken die anderen?“

  • „Ich darf keine Fehler machen.“


So bleibt das Nervensystem im Alarmmodus. Auf Dauer erschöpft das mental wie körperlich.

Von außen sieht man das oft nicht. Man sieht die Person, die zuverlässig liefert, Verantwortung übernimmt und scheinbar mühelos hohe Leistung bringt. Was unsichtbar bleibt, ist die Energie, die das kostet. Ich habe mich lange gefühlt, als würde ich permanent unter Spannung stehen. Aber irgendwann habe ich gemerkt: Dieses Level an Anspannung ist kein Zeichen von Stärke, sondern ein Warnsignal meines Körpers, dass ich endlich ernst nehmen muss.


Perfektionismus als Schutzmechanismus

Heute sehe ich Perfektionismus anders. Ich erkenne ihn als Schutzmechanismus an, als Versuch, Kontrolle zu behalten und Unsicherheit zu vermeiden. Gleichzeitig ist er eine der größten Stressquellen, die man sich selbst schaffen kann.


Das bedeutet nicht, dass mein Anspruch verschwunden ist. Ich möchte weiterhin gute Arbeit leisten und mich weiterentwickeln. Aber ich hinterfrage diesen Anspruch heute bewusster: Wo treibt er mich voran und wo treibt er mich in die Erschöpfung?


Denn was habe ich in der so ziemlich ersten Vorlesung meines BWL Studiums gelernt? 

Die 80/20 Regel: 80% Resultate mit 20% Effort! 😉


Damals klang das wie ein theoretisches Konzept. Heute ist es eine tägliche Erinnerung für mich, dass Perfektion selten den größten Mehrwert bringt. Die letzten 20 % kosten oft unverhältnismäßig viel Energie. Energie, die an anderer Stelle fehlt.


Perfektionismus verspricht Sicherheit, Anerkennung und Kontrolle. Doch langfristig nimmt es uns etwas viel Wertvolleres: Gelassenheit, Kreativität und nachhaltige Leistungsfähigkeit. Denn echte Leistung entsteht nicht aus Dauerstress, sondern aus einem gesunden Wechsel zwischen Fokus und Erholung.


Gut genug darf wirklich gut genug sein

Heute übe ich ganz bewusst, Perfektion kritisch zu hinterfragen. Ich frage mich:


Muss das wirklich perfekt sein – oder reicht gut genug?


Und erstaunlich oft lautet die ehrliche Antwort: Gut genug ist wirklich gut genug.

Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Fähigkeiten für langfristige Leistungsfähigkeit, im Beruf, im Sport und im Leben: den Mut zu haben, Dinge abzuschließen, statt sie endlos zu optimieren. Den Mut, Fehler zuzulassen. Den Mut, Energie zu sparen für das, was wirklich zählt.


Weniger ist manchmal mehr. Und manchmal ist „fertig“ der größte Fortschritt. 🧠



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Nachdenkliche Person sitzt mit Laptop und Notizen am Schreibtisch, wirkt gleichzeitig konzentriert und erschöpft. Die Szene symbolisiert Perfektionismus, inneren Druck und den Wunsch nach Balance und Gelassenheit im Arbeitsalltag.

 
 
 

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